Enric Mammen · Über meine Arbeit
Mich interessiert, wie ein Bild entsteht.
Ich arbeite mit Fotografie, Farbe, Papier und plastischen Oberflächen. Meist entstehen abstrakte Arbeiten. Was sie verbindet, ist weniger ein bestimmtes Material als die Art, wie ich damit umgehe.


Photography was my first love. Das gilt bis heute. Zur Fotografie gehört für mich nicht nur die Kamera: Ich arbeite auch mit Lochkameras und mit Verfahren, bei denen Licht direkt auf empfindliches Material trifft. Wie ein Bild entsteht, ist für mich ein Teil des Bildes.
Bei chemischen Verfahren macht es einen Unterschied, unter welchen Bedingungen ich arbeite. Ich kann sie verändern — aber gezielt geht das nur, wenn ich verstehe, was dabei geschieht. Mit Farbe, Papier oder Lehm ist es ähnlich. Ich beschäftige mich mit dem Material, lerne seine Eigenschaften kennen und entscheide, was ich damit mache.
Ein fertiges Bild habe ich dabei nicht im Kopf. Eine Schicht verändert die Fläche. Eine Öffnung legt etwas frei. Danach muss ich neu hinschauen: Was bleibt, wo greife ich ein, was nehme ich wieder zurück? Meine Entscheidungen verändern die Arbeit, und die Arbeit verändert meine nächsten Entscheidungen.
Manchmal ist ziemlich klar, dass da noch etwas passieren muss.
Das fühlt sich an, als würde das Bild eine Änderung verlangen. Natürlich entscheidet es nicht selbst. Das mache schon ich. Aber eben nicht unabhängig von dem, was bereits da ist. Dieses Hin und Her gehört für mich zur Arbeit.
Ich brauche dafür keine große Botschaft, die vor dem ersten Schritt feststeht. Mich interessiert zunächst das Bild. Was du darin entdeckst, muss ich dir nicht vorgeben.
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