
Ein Portrait für den Beruf soll einiges können: Es soll zu Ihnen und Ihrer Arbeit passen, etwas von Ihrer Persönlichkeit zeigen und sich auch für Sie selbst richtig anfühlen. Ob Sie es Businessfoto, LinkedIn-Profilbild, Headshot oder Bewerbungsfoto nennen, macht für den Anfang wenig Unterschied. Entscheidend ist, was Sie mit dem Bild vorhaben. Und wie wir gemeinsam dorthin kommen – auch dann, wenn Sie gar nicht gern fotografiert werden.
Ich möchte Ihnen ein bisschen davon zeigen, was bei einem Portraittermin passiert – und woran Sie selbst erkennen können, ob die Arbeit zu Ihnen passt. Auch dann, wenn Sie sich am Ende für einen anderen Fotografen entscheiden.
Sie müssen vor der Kamera nicht schon können, was Sie sich vom fertigen Bild wünschen. Sie dürfen erwarten, dabei unterstützt zu werden.

Zuerst die Frage: Wofür brauchen Sie das Bild?
Vielleicht brauchen Sie ein neues Bild für LinkedIn. Vielleicht stellen Sie sich auf Ihrer eigenen Website vor, werden Teil einer Teamseite oder bewerben sich auf eine neue Stelle. Oft soll ein Portrait gleich mehrere dieser Aufgaben übernehmen. Die Grenzen sind fließend.
Mich interessiert deshalb weniger, welches Etikett das Bild bekommt, als die Frage: Wen möchten Sie damit ansprechen? In welchem Umfeld arbeiten Sie, und wie möchten Sie dort wahrgenommen werden? Ein enger Headshot lenkt den Blick aufs Gesicht; ein Portrait mit mehr Raum kann auch Haltung und Umfeld zeigen. Was passt, ergibt sich aus Ihrem Vorhaben. Auch verschiedene Ausschnitte derselben Aufnahme können sinnvoll sein – wenn wir die Verwendung beim Fotografieren mitdenken.
Es gibt dafür kein festes Gesicht und keine vorgeschriebene Kleidung. Ein Bild muss auch nicht möglichst wichtig aussehen. Es sollte zu Ihnen und zu der Situation passen, in der andere Sie kennenlernen.
Deshalb spreche ich vor dem Fotografieren mit Ihnen darüber. Wenn jemand nachfragt und zuhört, ist das bereits ein Teil der fotografischen Arbeit.
„Ich weiß gar nicht, wie ich gucken soll“
Das ist eine ziemlich normale Ausgangslage. Im Alltag beobachten Sie sich schließlich auch nicht ständig von außen. Sobald eine Kamera dazukommt, werden Hände, Schultern und Gesichtsausdruck plötzlich zu einer Aufgabe.
Die Lösung sollte nicht darin bestehen, Sie mit dieser Aufgabe allein zu lassen. Ich gebe Ihnen Hinweise, ändere kleine Dinge und schaue, wie Sie darauf reagieren. Manchmal hilft eine andere Haltung. Manchmal ein Gespräch. Manchmal ist es besser, kurz aufzuhören, statt noch ein Lächeln zu verlangen.
Sie dürfen dabei Fragen stellen und sagen, wenn sich etwas seltsam anfühlt. Eine Haltung, die sich zunächst ungewohnt anfühlt, kann im Bild gut funktionieren. Wir sollten aber gemeinsam herausfinden, ob das Ergebnis noch zu Ihnen passt.
Eine hilfreiche Frage an den Fotografen ist deshalb: „Wie unterstützen Sie mich, wenn ich mich vor der Kamera unsicher fühle?“ Die Antwort verrät oft mehr über den Termin als die Beschreibung der Kamera.

Schon währenddessen gemeinsam hinschauen
Bei meinen Terminen sehen wir uns schon während des Fotografierens Bilder an. So bekommen Sie eine Vorstellung davon, was entsteht. Und ich erfahre, wie Sie sich selbst sehen.
Vielleicht gefällt Ihnen ein Ausdruck, aber die Kleidung wirkt anders als erwartet. Vielleicht entdecken wir einen Blick, den Sie zunächst gar nicht bemerkt haben. Solche Rückmeldungen sind wertvoll, solange wir noch etwas verändern können.
Sie müssen dabei nicht jede Aufnahme beurteilen. Es geht darum, eine gemeinsame Richtung zu finden, bevor wir etwa den Hintergrund oder das Outfit wechseln.
Bei der Auswahl zählt mehr als „nett gelächelt“
Am Ende liegen oft mehrere gute Bilder vor. Die Entscheidung kann trotzdem schwerfallen. Auf dem einen mögen Sie Ihre Haare lieber, auf dem anderen Ihren Blick. Und dann gibt es noch die Aufnahme, die sich vertraut anfühlt, weil Sie genau diesen Gesichtsausdruck aus dem Spiegel kennen.
Ich finde es hilfreich, zuerst wieder an den Zweck zu denken: Wirkt die Person auf diesem Bild ansprechbar? Glaubwürdig? Passt der Ausdruck zu der beruflichen Situation? Und vor allem: Können Sie sagen „Ja, das bin ich“?
Ein offenes Lachen kann wunderbar sein. Ein ruhiger, aufmerksamer Blick genauso. Nicht jede Person muss auf jedem beruflichen Portrait gleich schauen. Gute Beratung bei der Auswahl hilft Ihnen, diese Unterschiede zu sehen, statt nur möglichst viele Dateien mitzunehmen.
Nicht jedes schöne Portrait passt automatisch zu dem, was Sie damit vorhaben.

Was Retusche leisten sollte
Nach der Auswahl folgt die Bearbeitung. Ich möchte, dass ein Portrait sorgfältig ausgearbeitet ist und natürlich aussieht. Eine vorübergehende Hautunreinheit muss nicht für die nächsten Jahre Teil Ihres Profilbildes werden. Gleichzeitig gehören Gesichtszüge und Hautstruktur zu einem Menschen.
Fragen Sie ruhig, wie ein Fotograf mit Retusche umgeht. Und sprechen Sie an, was Ihnen wichtig ist. „Bitte ganz natürlich“ kann für zwei Menschen etwas Unterschiedliches bedeuten.
Für mich ist ein guter Maßstab: Sie sollten sich über Ihr Bild freuen können, ohne sich darin fremd zu werden.
Zum fertigen Foto gehören klare Absprachen
Zur Qualität eines Termins gehört auch, dass Sie vorher verstehen, was Sie buchen. Ein Betrag allein erklärt noch nicht, ob eine Bilddatei enthalten ist, wie die Auswahl abläuft oder wofür Sie das Foto später verwenden dürfen.
Diese vier Fragen lohnen sich:
- Was kostet der Termin insgesamt? Ist ein Bild enthalten, und was kosten weitere ausgewählte Aufnahmen?
- Wie werden die Bilder ausgesucht? Gibt es Unterstützung bei der Entscheidung und eine klare Auswahlmöglichkeit?
- Was bekomme ich geliefert? Welche Bearbeitung und welche Dateigrößen sind vorgesehen? Werden gedruckte Bilder extra bestellt?
- Wofür darf ich das Foto nutzen? LinkedIn-Profil, eigene Website, Teamseite oder Bewerbung: Besprechen Sie, wo Sie das Bild einsetzen möchten. Klären Sie die Nutzungsrechte und gegebenenfalls deren Dauer vorab.
Die Antworten müssen nicht bei jedem Anbieter gleich ausfallen. Entscheidend ist, dass Sie sie kennen und das Angebot zu Ihrem Vorhaben passt. Ein kurzer Termin kann für ein einzelnes Bild genau richtig sein. Für mehrere Outfits, Hintergründe oder eine ganze Portraitserie ist ein anderer Rahmen sinnvoll.
Was Sie selbst mitbringen können
Sie brauchen kein einstudiertes Lächeln. Ein paar praktische Vorbereitungen machen es aber leichter:
Kleidung, in der Sie sich wohlfühlen. Bringen Sie eine kleine Auswahl mit, passend zu Ihrem Beruf und Ihrer Art. Ruhige Stoffe lassen dem Gesicht Raum; sehr kleine Muster können im Bild unruhig werden. Zu Schwarz und Weiß gern noch eine farbige Alternative einpacken.
Etwas Luft im Kalender. Ein enger Folgetermin macht es schwerer, sich auf das Fotografieren einzulassen. Kommen Sie möglichst ausgeruht und sagen Sie Bescheid, wenn etwas für Sie besonders wichtig ist.
Ein Ziel und Ihre Fragen. Ein Beispiel dafür, wo das Bild später erscheint, kann helfen. Sie müssen aber weder ein fertiges Bildkonzept noch fotografisches Fachwissen mitbringen.
Woran Sie am Ende gute Arbeit erkennen können
Sie müssen nicht beurteilen können, welches Licht aufgebaut wurde oder welches Objektiv verwendet wird. Sie können aber wahrnehmen, ob Ihnen jemand zuhört, ob Sie verständliche Anleitung bekommen und ob Ihre Rückmeldungen ernst genommen werden.
Und Sie können sich die Bilder ansehen: Gibt es einen Ausdruck, der zu Ihnen passt? Ist die Bearbeitung stimmig? Wissen Sie, welche Dateien und Nutzungsrechte Sie erhalten? Dann haben Sie greifbare Anhaltspunkte für Ihre Entscheidung.
Ein Portfolio zeigt, welche Bilder jemand macht. Ein gutes Gespräch hilft Ihnen herauszufinden, ob Sie sich den Weg dorthin gemeinsam vorstellen können.
Wenn Sie sehen möchten, wie ich arbeite: Auf meiner Seite zu Businessportraits und Bewerbungsfotos in Much finden Sie weitere Bilder, den Ablauf und die verschiedenen Termine mit ihren Preisen. Und wenn Sie noch unsicher sind, welcher Rahmen passt, erzählen Sie mir dort gern, was Sie vorhaben.







