Belichtung & Großformat · Werkzeug 06
Balgenfaktor-Rechner
Über diesen Rechner
Je weiter das Objektiv für eine Nahaufnahme vom Film entfernt wird, desto mehr Belichtung braucht es. Beim Großformat fällt dieser zusätzliche Auszug schnell ins Gewicht. Der Balgenfaktor-Rechner macht aus Brennweite und Gesamtauszug einen Zeitfaktor und eine Korrektur in Blenden.
Wenn du den Abbildungsmaßstab bereits kennst, kannst du auch direkt damit rechnen. Mir ist vor allem die Unterscheidung zwischen gesamtem und zusätzlichem Auszug wichtig: Eine Verwechslung an dieser Stelle führt zu einer deutlich falschen Korrektur.
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Dein Ergebnis
100 % / Tatsächliche Größe wählen. Kopf- und Fußzeilen ausschalten. Danach die 100-mm-Strecke mit einem Lineal prüfen.
So verwendest du den Rechner
- Wähle Gesamtauszug oder Abbildungsmaßstab als Ausgangspunkt.
- Trage die Brennweite und den gesamten optischen Auszug in derselben Einheit ein. Beim Maßstab bedeutet 1 den Maßstab 1:1.
- Übertrage den Faktor auf deine gemessene Zeit oder nutze die ausgegebene Blendenkorrektur.
Was hinter der Rechnung steckt
Belichtungsfaktor = (Gesamtauszug / Brennweite)² = (1 + Abbildungsmaßstab)²
Bei Unendlich entspricht der Auszug im vereinfachten Modell der Brennweite. Der Faktor ist dann eins. Bei doppeltem Auszug erreicht er vier: Du brauchst viermal so viel Zeit oder zwei Blenden mehr Licht.
Die Beziehung gilt für das Modell einer dünnen beziehungsweise näherungsweise symmetrischen Linse. Gemessen wird optisch von der bildseitigen Hauptebene zur Filmebene. Eine Messung ab Objektivplatine ist eine praktische Näherung, deren Genauigkeit von der Konstruktion abhängt.
Innenfokussierende Makroobjektive und unsymmetrische Konstruktionen können durch ihren Pupillenmaßstab abweichen. Und wenn eine TTL-Messung die tatsächliche Lichtmenge bereits erfasst, darf die Korrektur nicht noch einmal hinzugefügt werden. Für eine analoge Großformatkamera mit separatem Belichtungsmesser ist der Rechenweg dagegen gut nachvollziehbar.
Ein Beispiel zum Nachrechnen
Ein 150-mm-Objektiv mit 300 mm Gesamtauszug ergibt Faktor 4 und +2 Blenden. Aus 1/30 Sekunde werden rechnerisch etwa 0,133 Sekunden.
Darauf solltest du achten
- Nur Auszüge ab der Brennweite sind in diesem Modell vorgesehen.
- Filterfaktoren und Reziprozität sind zusätzliche, getrennte Korrekturen.
- Die Grafik ist eine Skizze, keine maßhaltige Bauzeichnung.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie berechne ich den Belichtungsfaktor aus dem Balgenauszug?
Teile den gesamten optischen Auszug durch die Brennweite und quadriere das Verhältnis. Bei 150 mm Brennweite und 300 mm Gesamtauszug ergibt sich der Faktor 4, entsprechend zwei Blenden mehr Belichtung. Multipliziere die gemessene Ausgangszeit mit diesem Faktor, sofern die Messung den Lichtverlust noch nicht erfasst hat.
Ist mit Balgenauszug der gesamte Abstand oder nur die zusätzliche Verlängerung gemeint?
Im Rechner ist der gesamte optische Abstand von der bildseitigen Hauptebene des Objektivs zur Filmebene gemeint. Bei Unendlich entspricht er im vereinfachten Modell der Brennweite. Die zusätzliche Verlängerung kommt darüber hinaus. Ein zusätzlicher Weg von 150 mm ergibt bei einem 150-mm-Objektiv also 300 mm Gesamtauszug.
Muss ich bei einer TTL-Belichtungsmessung zusätzlich korrigieren?
Wenn die TTL-Messung den tatsächlichen Lichtverlust des verwendeten Aufbaus bereits erfasst, darfst du ihn nicht noch einmal hinzurechnen. Die separate Korrektur ist vor allem bei externen Belichtungsmessern relevant. Prüfe bei speziellen Kamera-, Objektiv- oder Blitzkombinationen, was das Messsystem tatsächlich berücksichtigt.
Was bedeuten die Abbildungsmaßstäbe 1:2, 1:1 und 2:1 im Eingabefeld?
Gib den numerischen Abbildungsmaßstab m ein: 1:2 bedeutet 0,5; 1:1 bedeutet 1; 2:1 bedeutet 2. Bei 1:1 ist das Bild auf Film oder Sensor genauso groß wie das Motiv. Im symmetrischen Linsenmodell ergibt das den Belichtungsfaktor 4.
Gilt der Balgenfaktor auch für moderne Makroobjektive und lange Filmbelichtungen?
Die Formel ist eine Näherung für dünne beziehungsweise symmetrische Objektive. Innenfokussierung und ein abweichender Pupillenmaßstab können andere Korrekturen erfordern. Bei langen analogen Belichtungen kommt gegebenenfalls eine filmspezifische Reziprozitätskorrektur hinzu. Der Balgenfaktor allein enthält diese nicht.
Weiterlesen & Quellen
Wenn du die Grundlagen vertiefen möchtest, findest du hier passende Erläuterungen.
