Dunkelkammer & Print · Werkzeug 08
Vergrößerungszeit bei Formatänderung
Über diesen Rechner
Ein kleiner Arbeitsabzug passt, der größere Print soll folgen – und die bisherige Zeit stimmt nicht mehr. Dieser Rechner liefert dir einen begründeten Startwert für die neue Vergrößerung. Auch eine veränderte Arbeitsblende kannst du gleich berücksichtigen.
Du hast zwei Wege: über die tatsächlich projizierte Bildbreite oder über den Abstand zwischen Objektiv und Papier. Die Papierränder gehören nicht zur Bildbreite. Genau diese Unterscheidung erspart beim Umrechnen einige vermeidbare Überraschungen.
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Dein Ergebnis
100 % / Tatsächliche Größe wählen. Kopf- und Fußzeilen ausschalten. Danach die 100-mm-Strecke mit einem Lineal prüfen.
So verwendest du den Rechner
- Gib die bewährte Belichtungszeit und alte sowie neue Bildbreite oder den Objektiv-Papier-Abstand ein. Alle Längen stehen in Millimetern.
- Im Bildbreiten-Modus brauchst du zusätzlich die genutzte Negativbreite, also den Ausschnitt, der tatsächlich projiziert wird.
- Trage alte und neue Blendenzahl ein. Beginne beim neuen Format mit dem Ergebnis und bestätige es durch einen Probestreifen.
Was hinter der Rechnung steckt
Bildbreiten-Modus: Zeitfaktor = ((M₂ + 1) / (M₁ + 1))² × (Blende₂ / Blende₁)²
M steht für projizierte Bildbreite geteilt durch genutzte Negativbreite. Der Zusatz eins berücksichtigt im Dünne-Linse-Modell, dass beim Umfokussieren auch die Objektweite verändert wird. Bei großen Vergrößerungen nähert sich das Ergebnis der bekannten Rechnung mit dem Quadrat des Breitenverhältnisses an.
Wenn du den tatsächlichen Abstand von der Objektivebene zur Papierebene misst, wird direkt das Quadrat des Abstandverhältnisses verwendet. Die Skala an der Vergrößerersäule ist dafür nicht automatisch geeignet.
Alle anderen Bedingungen müssen vergleichbar bleiben: Lichtquelle, Filterung, Papier und Verarbeitung. Lampendrift, Streulicht und das Verhalten des Papiers bei langen Zeiten werden nicht modelliert. Die Rechnung ersetzt deshalb die Arbeitsprobe nicht, sie setzt sie an einer sinnvolleren Stelle an.
Ein Beispiel zum Nachrechnen
Bei gleichem Objektiv-Papier-Abstand und einem Wechsel von f/8 auf f/16 vervierfacht sich die Zeit: Aus 10 werden 40 Sekunden. Auch ein verdoppelter tatsächlicher Abstand ergibt bei gleicher Blende Faktor 4.
Darauf solltest du achten
- Bei einer Änderung des Negativausschnitts muss im Bildbreiten-Modus derselbe zugrunde liegende Ausschnitt verwendet werden.
- Die Modellrechnung ist kein Versprechen identischer Papierdichte.
Häufige Fragen (FAQ)
Kann ich bei einem größeren Abzug einfach die Belichtungszeit verdoppeln?
Nicht allgemein. Die erforderliche Änderung hängt vom Vergrößerungsmaßstab oder vom tatsächlichen Objektiv-Papier-Abstand ab. Verdoppelst du diesen Abstand bei unveränderter Blende, wird die Zeit im Modell viermal so lang. Eine verdoppelte Bildbreite wird im Bildbreiten-Modus mit dem endlichen Vergrößerungsmaßstab berechnet und ergibt nicht exakt denselben Faktor.
Soll ich die Papierbreite oder die tatsächlich projizierte Bildbreite eingeben?
Verwende die tatsächlich projizierte Bildbreite ohne weiße Papierränder. Die genutzte Negativbreite muss zum selben Ausschnitt gehören. Wenn du den Beschnitt veränderst, ist die Papiergröße allein keine ausreichende Grundlage für die Umrechnung.
Wie berücksichtige ich einen Blendenwechsel am Vergrößerer?
Trage die bisherige und die neue Blendenzahl ein. Der Rechner multipliziert den geometrischen Faktor mit dem Quadrat ihres Verhältnisses. Ein Wechsel von f/8 auf f/16 benötigt bei sonst unverändertem Aufbau die vierfache Zeit, zum Beispiel 40 statt 10 Sekunden.
Brauche ich trotz berechneter Vergrößerungszeit einen neuen Probestreifen?
Ja. Die Zeit ist ein Startwert für gleiche Lampe, Filterung, Papiersorte und Verarbeitung. Lampenverhalten, Streulicht und das Verhalten des Papiers bei langen Zeiten können abweichen. Bestätige den neuen Abzug deshalb mit einem Probestreifen an einer aussagekräftigen Bildstelle.
Weiterlesen & Quellen
Wenn du die Grundlagen vertiefen möchtest, findest du hier passende Erläuterungen.
